Gesunder Schlaf

Gesunder und sicherer Baby Schlaf – Ausstattung, Rhythmus & Schlafposition

Als werdende Eltern oder Eltern eines Neugeborenen stellt sich die Frage, wie die optimale Schlafumgebung für das Baby aussehen soll, damit der Nachwuchs nicht unruhig schläft. In den letzten 20 Jahren hat die Schlafforschung hierzu wichtige Erkenntnisse geliefert, die wir Ihnen an dieser Stelle gerne zusammenfassen wollen. Unsere Ausführungen stützen sich auf die Publikationen der Deutschen Akademie für Kinderheilkunde und Jugendmedizin e.V., aus denen wir teilweise zitieren.

EINLEITUNG

In der Fachwelt wird zwischen dem „Traumschlaf“ und dem „ruhigen Schlaf“ unterschieden. Häufig verwendet für den Schlafrhythmus werden die Fachausdrücke REM-Schlaf (Traumschlaf) und non-REM-Schlaf (ruhiger Schlaf). REM steht für „Rapid Eye Movement“ und bezeichnet eine Schlafphase, die unter anderem durch schnelle Augenbewegungen gekennzeichnet ist. In der REM-Phase finden die meisten Träume statt. Bluthochdruck und Puls steigen an. Man vermutet, dass der Lernprozess im Allgemeinen eng an den REM-Schlaf gekoppelt ist. Aufgaben in der Triebregulierung, Informationsverarbeitung und Stressbewältigung werden verarbeitet. Bei Erwachsenen nimmt der REM-Schlaf etwa 20 bis 25 % des Schlafes ein. Ein Baby verbringt bis zu 80% im REM-Schlaf. Bis um das achte Lebensjahr verringert sich die Zeit der REM-Phase von neun Stunden (nach der Geburt) auf ca. drei Stunden. Danach gibt es keine größeren Veränderungen in der Dauer dieser Schlafrhythmus Phase.

 

WAS SIE ÜBER DIE ATEMREGULATION DES BABY WISSEN SOLLTEN

Nach dem Einschlafen verändern sich viele der Körpervorgänge: Die Körpertemperatur sinkt ab, die Atmung und der Puls werden langsamer, der Blutdruck fällt.

Die Atmung: Die Steuerung der Atmung geht vom Atemzentrum aus, welches zwar selbständig arbeitet, aber im wachen Zustand durch uns selbst beeinflusst werden kann. So können wir den Atem wenige Sekunden lang anhalten, bis der Sauerstoffmangel sich bemerkbar macht und uns zum nächsten Atemzug zwingt. Im Schlaf gibt es keine willentliche Atemsteuerung, wir können im Schlaf nicht bewusst den Atem anhalten. Besonders bei Säuglingen kommt es zu „unbewussten“ Atempausen, die selten länger als 15 Sekunden andauern. Je jünger ein Säugling ist, umso häufiger treten kurze Pausen auf. Selbst Atempausen, die länger als 15 Sekunden andauern, sind in der Regel harmlos, solange der Organismus über eine Reihe von Schutzmechanismen gegen einen bedrohlichen Sauerstoffmangel verfüg. Diese Alarm-Schwelle (Mediziner sprechen von der Arousal-Reaktion) kann durch Infekte oder hohe Körpertemperatur behindert werden und wird beim Baby durch Überwärmung, Rückatmung der Ausatemluft und Passivrauchen angehoben. Damit haben wir schon wichtige Kriterien aufgezählt, die wir bei der Gestaltung der Schlafumgebung für ein Baby unbedingt beachten müssen.

WORAUF ES BEI DER SCHLAFUMGEBUNG EINES SÄUGLINGS ANKOMMT

Befassen wir uns nun in den folgenden Abschnitten mit den zu treffenden Massnahmen.

GENÜGENDE SAUERSTOFFZUFUHR / VERMEIDUNG DER RÜCKATMUNG

Im ersten Abschnitt haben wir erfahren, dass die Faktoren, die die Alarm-Schwelle bei zu wenig Sauerstoff beeinflussen können, ein wichtiges Kriterium für die gesunde und sichere Schlafumgebung ist. Optimieren wir daher zuerst mal die ausreichende Sauerstoffzufuhr und die Vermeidung der C02 Rückatmung (Rückatmung der Ausatemluft). Dies kann durch verschiedene Massnahmen erfolgen.

  1. Schaffen Sie ein optimales Raumklima. Die Raumtemperatur sollte idealerweise um die 18° – 20° Celsius betragen. Lüften Sie regelmässig kurz (so genanntes Stosslüften). Schützen Sie Ihr Baby vor Zugluft. Schützen Sie es aber auch vor Tabakrauch.
  2. Sorgen Sie für eine ausreichende Luftzirkulation im Bettchen. Also nicht zu kleine Bettchen einsetzen und luftdurchlässige Materialien verwenden.
  3. Vermeiden Sie (oder lassen sie weg) zu wenig luftdurchlässige Himmel und Kopfschütze.
  4. Achten Sie beim Kauf der Matratze und des Matratzenbezugs auf eine hohe Luftdurchlässigkeit. Wasserdichte Bettschutztextilien (Molton, wasserdichte Fixleintücher) sind wegzulassen.
  5. Atemwegserkrankungen wirken sich negativ auf die Alarm-Schwelle aus. Die Anzahl der

Kinder, die an Allergien, besonders auch an Atemwegsallergien, wie z.B. Asthma leiden, hat in den letzten Jahrzehnten zugenommen. Aber auch immer mehr jüngere Kinder leiden heute unter allergischen Reaktionen. Deswegen wird die Allergieprävention bei Babys immer wichtiger. Hauptallergenproduzenten in Matratzen und Betttextilien sind Hausstaubmilben und Schimmelpilze. Diese benötigen zum Wachstum vor allem eine relativ hohe Luftfeuchtigkeit von mehr als 70%. Neben der Auswahl entsprechende Produkte und Materialien ist die wichtigste präventive Massnahme, die Matratze jeden Tag gut zu lüften.

VERMEIDUNG DER ÜBERWÄRMUNG

Hat ein Baby zu warm, wirkt sich das negativ auf die Höhe der Alarm-Schwelle aus. Eine Überwärmung muss also unbedingt vermieden werden. Das fängt bei der Raumtemperatur an, wie schon oben beschrieben. Ziehen Sie dem Baby nicht zu warme Kleider an und decken Sie es nicht mit zu dicken Decken zu. Halten Sie das Köpfchen frei. Über das Köpfchen findet ein wichtiger Wärmeaustausch statt. Achten Sie aber auch darauf, dass Sie nach dem Spaziergang draussen, die dicken Kleider wieder ausziehen, sobald Sie zurück im Warmen sind. Lassen Sie das Kind nie in dicker Winterkleidung bei normaler Raumtemperatur weiterschlafen, so z.B. in Kaufhäusern. Es besteht das Risiko der Überwärmung und es kommt zu einem unruhigen Schlaf.

Übrigens: Wie sind Sie sicher, dass Ihr Baby die richtige Schlaftemperatur hat:

Fühlt sich die Haut des Babys zwischen den Schulterblättern warm an, so ist ihm ausreichend warm. Schwitzt das Baby, wenn es ruhig liegt, so ist ihm zu heiss. Hände und Füsse sind oft kühl und reichen für eine Einschätzung nicht aus. Kühle Hände und Füsse sind bei vielen Babys völlig normal und kein Grund zur Sorge.

ALLERGENARME SCHLAFUMGEBUNG

Wir haben schon oben zu diesem Thema eine Aussage gemacht. Es gibt eine Theorie aus Neuseeland, auf die wir auch noch kurz eingehen möchten. Forscher glauben, dass toxische Gase die Ursache für den Plötzlichen Säuglingstod sind. Und sie vertreten diese These sehr nachhaltig. Die meisten Forscher weltweit gehen aber von einem multifaktoriellen Ereignis aus, das durch verschiedene Risikofaktoren bestimmt ist. Toxische Gase in Matratzen könnten da natürlich genauso ein Risikofaktor sein. In Anlehnung an die GEPS (www.geps.de – Gemeinsame Elterninitiative plötzlicher Säuglingstod e.V.) geben wir folgende Empfehlung ab:

  1. Vermeiden Sie beim Kauf der Bettausstattung für das Baby, Materialien mit Flammschutzmittel, Weichmacher aus Arsen, Antimon- oder organische Phosphorverbindungen.
  2. Setzen Sie auf Materialien, die nachweislich weniger Bakterien- , Schimmelpilz und Hausstaubmilben-Wachstum ausweisen.
  3. Halten Sie sich an die Vermeidung der hier beschriebenen Risikofaktoren.

 

LIEGE- UND SCHLAFKOMFORT

Der Ursprung späterer Haltungsschäden kann bei der Verwendung ungenügender Matratzen während der Baby- und Kleinkindzeit liegen. Es gilt Haltungs- und Deformationsschäden vorzubeugen und für eine optimale Schlafposition zu sorgen. Dazu ist zunächst mal eine gute Punktelastizität unverzichtbar. Darunter versteht man die Druckentlastung an exponierten Stellen, wie Hüften, Schultern und Kopf. Hier soll die Matratze genügend einsinken, ohne dabei die anderen Körperpartien negativ zu beeinträchtigen. Eine gute Punktelastizität entlastet also den Körper bei den exponierten Stellen und stützt gleichzeitig den ganzen Körper.

Vermeiden Sie zu weiche Matratzen mit wenig Elastizität. Hier sinkt das Baby zu stark ein und ein Stützen der Wirbelsäule findet nicht statt. Zudem wir die Lungenfunktion eingeschränkt.

Vermeiden Sie zu harte Matratzen, da es zu einer schlechten Schlafposition und Deformationen der Knochen kommen kann.

Liegeprinzip Druckentlastung